Beitrag von Osthessen Zeitung vom 18.11.2026
Osthessen (pf) – Die Handballerinnen des TV Hersfeld haben am Wochenende allen Widrigkeiten getrotzt und einen 28:26 (16:14)-Auswärtssieg in der Frauen-Regionalliga bei der TSG Eddersheim mitgenommen. Weniger erfolgreich waren die hiesigen Vertreter in der Oberliga Nord, allerdings auch gegen die Topteams der Liga: Hersfeld II verlor mit 28:41 in Reichensachsen und Großenlüder/Hainzell unterlag Wesertal mit 22:35.
Regionalliga: TSG Eddersheim – TV Hersfeld 26:28 (14:16)
Ganz, ganz wichtig war der Sieg für den Aufsteiger aus Hersfeld, und das, obwohl die Voraussetzungen gar nicht so gut waren: „Wir sind schon um 15 Uhr losgefahren, standen dann aber eine Stunde in der Vollsperrung. Kurz vor 18 Uhr sind wir dann angekommen, dann war auch keine Zeit mehr, sich kurz die Beine zu vertreten“, sagte Hersfelds Trainerin Sabine Teichmann. Dennoch spielte der TVH von Minute eins an voll konzentriert. Laura Eimer und Nike Höhmann legten eine starke Torwartleistung hin und waren ein sicherer Rückhalt, „sie haben fast unmögliche Bälle gehalten“, freute sich die Trainerin. Nach vorne war ihre Mannschaft konsequent, spielte die Angriffe schnell zu Ende und hatte in der Defensive Eddersheim gut im Griff. „Sie spielen einen komischen Angriff mit sechs Feldspielerinnen und ohne Kreis“, sagte Teichmann dazu. Zu keiner Zeit führte Eddersheim während des Spiels, dann wurde es aber in den letzten zehn Minuten nochmal unnötig spannend, monierte Teichmann: „Es gab ein paar merkwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen. Wir waren zweimal in doppelter Unterzahl, haben dann den Ausgleich bekommen“. Doch trotz des 26:26 fünf Minuten vor dem Ende rappelte sich Hersfeld wieder auf und machte die entscheidenden Tore: „Die Mannschaft war so frustriert, hat sich aufgebäumt und den Sieg erkämpft“, lobte die Trainerin.
Hersfeld: Manteufel, L. Raguse (1), Teichmann (11/4), Söllner (3), Berg (1), Thiessen, Holzapfel (1), Höhmann, Petermann (1), Hugo, Herrmann, Lucas (7/1), Braun (3), Dorst, Eimer.
Oberliga: SV Reichensachsen – TV Hersfeld II 41:28 (22:15)
Mit dem ungeschlagenen Tabellenzweiten konnte Hersfelds Reserve in der Oberliga Nord nicht mithalten: „Sie sind ein Topteam, da wollten wir uns als Aufsteiger hier teuer verkaufen. Am Ende ist es vielleicht fünf Tore zu hoch ausgefallen, aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt“, sah Trainerin Ute Berz das Positive: Denn anfangs stellten die Gäste den SVR gehörig vor Probleme, Reichensachsen nahm nach knapp acht Minuten beim Stand von 3:3 die erste Auszeit. „Da haben wir es ihnen echt schwer gemacht“, so Berz. Sogar bis zum 7:7 nach einer knappen Viertelstunde war Hersfeld voll auf der Höhe. Danach wurden allerdings auch die Kräfte schon langsam weniger, „wir hatten ein paar Ausfälle und sogar zwei angeschlagene Spielerinnen dabei, die zehn Minuten spielen mussten“, so Berz. Etwas „Auftrieb“ nahm die Zweitvertretung des TVH dennoch aus dem Spiel mit.
Hersfeld II: Örde, Knaus (8/4), Braun (1), Thole (2), Berk (2), Bittorf (10/3), Göbel, Maaß, Baumgardt (4), Chaitidou, Burau (1).
Oberliga: HSG Großenlüder/Hainzell – HSG Wesertal 22:35 (10:13)
Auch Großenlüder/Hainzell bekam es mit einem Topteam zu tun, konnte die Gäste aber nicht ins Stolpern bringen: Die HSG Wesertal feierte in Großenlüder den achten Sieg im achten Saisonspiel, und hatte dabei mit Lotta Przyludzki (acht Tore) und Kim Köster (elf Tore) die überragenden Akteure in ihren Reihen und für ihre Treffer nicht einen Siebenmeter brauchten. Schon nach gut zehn Minuten konnte sich Wesertal absetzen und behauptete einen Vorsprung von zwei bis vier Treffern über weite Strecken des Spiels. Dennoch sah Großenlüder/Hainzells Trainer Liviu Pavel einen guten Auftritt, zumindest in der ersten Halbzeit: „Wir haben gut mitgehalten und phasenweise gut gespielt. Dann hat irgendwann auch die Kraft nachgelassen, wir mussten Luft holen und diese Phasen hat der Gegner ausgenutzt. Da haben sie ihre Erfahrung und Größe ausgespielt“. Würfe von knapp zehn Metern traf Wesertal zwischenzeitlich, während die Gastgeberinnen gegen den „riesigen Block“ von Wesertal nicht ankamen: Mehrere Spielerinnen über 1,90 Meter hatte das Topteam dabei. Pavel nutzte die Gelegenheit hintenraus für Rotation: „Gegen so einen Gegner kannst du verlieren, das ist kein Beinbruch. Wir haben dann die zweite Garde spielen lassen. Sie sollen ihre Erfahrungen auch machen“, betont der Trainer.
Großenlüder/Hainzell: Frodl, Möller, Sippel (2), Klüh, Jordan (1), Klitsch, Dietrich, Völlinger (1), Heger, Peppler (3/1), Kaub (3), Schwarz (5), Schmitt (2), Feldmann, Elsing (5/1), Otterbein.
