Beitrag von Osthessen Zeitung vom 10.11.2026
Osthessen (pf) – Die Handballerinnen der HSG Großenlüder/Hainzell haben in der Frauen-Oberliga Nord eine ganz harte Prüfung bestanden und am Samstagabend einen 35:32 (20:18)-Heimsieg gegen Zwehren/Kassel gefeiert. Schlechter lief es für die Mannschaften des TV Hersfeld am Wochenende: Das Regionalliga-Team unterlag aufgrund offensiver Schwächen mit 18:23 bei Hungen/Lich, die zweite Mannschaft kam bei Oberliga-Primus Wesertal unter die Räder.
Regionalliga: Hungen/Lich – TV Hersfeld 23:18 (12:10)
Beim Tabellennachbarn musste sich der TVH geschlagen geben – 18 Tore waren für den Aufsteiger Tiefstwert in der bisherigen Saison. „Wir haben im Angriff versagt, die Bälle leichtfertig weggeworfen. Der Gegner hat die Gegenstöße dann genutzt. Es waren unter dem Strich einfach zu viele Ballverluste. Ich weiß auch nicht wirklich, woran das liegt“, haderte auch Hersfelds Trainerin Sabine Teichmann: „Im Training funktioniert es, im Spiel haben die Spielerinnen dann irgendwie ein Brett vor dem Kopf und trauen sich nicht, die Würfe zu nehmen. Stattdessen soll lieber jemand anderes werfen“. Anfangs lief es noch gut für die Gäste, die 13 Minuten lang nicht zurücklagen. Dann konnte sich aber Hungen/Lich etwas absetzen und verteidigte seinen Vorsprung bis zur Pause. Auch in die zweite Halbzeit starteten die Frauen des TV Hersfeld gut, konnten sich aber ihrerseits nicht absetzen. Noch sieben Minuten vor dem Ende stand es 18:18, danach ging nichts mehr bei den Gästen. „Am Ende fällt das Ergebnis ein bisschen zu hoch aus, in den letzten zehn Minuten war es ein ‚Friss oder stirb‘ – und wir sind gestorben“, so Teichmann: „Das hat sich aber beim Einwerfen schon abgezeichnet – so viele Fehlwürfe, wie wir da hatten“.
Hersfeld: Manteufel, L. Raguse (6/3), Teichmann (3/2), Söllner (3), Berg (1), Busalt, Thiessen, Holzapfel, Höhmann, Petermann, Hugo, Herrmann, Lucas (4/2), Braun (1), Dorst, Eimer.
Oberliga: Großenlüder/Hainzell – Zwehren/Kassel 35:32 (20:18)
Der Plan der HSG, mit Tempo und Geschwindigkeit die Größenvorteile der Gäste zu egalisieren, hat klasse funktioniert: „Kassel hat zwar einige, schöne Tore aus zehn oder zwölf Metern gemacht, aber insgesamt war das heute eine sehr gute Abwehrleistung. Wir haben gut gestanden, waren sehr aggressiv und haben auch die Außen gut aus dem Spiel genommen. Das war eine runde Sache“, lobte Großenlüder/Hainzells Trainer Liviu Pavel nach dem Heimsieg. Es war ein Kampf auf Messers Schneide, schaukelte sich zunächst bis zum 11:11 (18.) hoch, als die Gäste eine schwache Phase hatten und Großenlüder bis auf vier Tore davonziehen konnten. Diese waren dann allerdings auch schnell wieder hergeschenkt. „Anfang des zweiten Durchgangs waren die Mädels aber wieder richtig motiviert“, freute sich Pavel über den Auftritt seiner Mannschaft. Lea Schmitt konnte im linken Rückraum richtig aufdrehen, sie musste der Coach als Unterschied-Spielerin hervorheben. „Aber auch der Rest hat gut mitgezogen: Deswegen Respekt und ein großes Kompliment an meine Mannschaft. Ich freue mich über die zwei Punkte“, so der Trainer.
Großenlüder/Hainzell: Frodl, Möller (1), Sippel, Klüh, Jordan, Klitsch (5/3), Schenk, Dietrich, Heger (4), Peppler (4), Kaub (1), Schwarz (3), Schmitt (8/2), Feldman, Elsing (9), Otterbein.
Oberliga: Wesertal – TV Hersfeld II 42:21 (22:11)
Der Tabellenführer HSG Wesertal war für den Aufsteiger aus Hersfeld eine Nummer zu groß: Die Gastgeberinnen gewannen zum sechsten Mal in Folge, der TVH konnte in den ersten Minuten noch mithalten, danach wurde der Rückstand immer größer. Nach knapp 24 Minuten war Wesertal erstmals mit zehn Toren vorne (18:8), zur Halbzeitpause waren es schon elf Treffer. In Hälfte zwei gelangen Hersfelds ersatzgeschwächter zweiter Mannschaft dann überhaupt nur noch zehn eigene Tore.
Hersfeld II: Knaus (5/2), Braun (2), Thole (2), Berk, Bittorf (11/2), Maaß, Baumgardt, Niering, Chaitidou, Burau (1), Schade.
